Stürmische Amtübergabe am "Preußeneck"

Harald Hillmer aus Ovelgönne ist ab 1. Juli neuer Präsident des Lions-Club Nordenham/Elsfleth. Der 63-jährige Landwirtschaftsmeister folgt auf Georg Dürr aus Nordenham.

Stürmisch ging es zu bei dem Amtswechsel in Eckwarderhörne. Der Lions-Club nutzte den Staffelwechsel von Dürr zu Hillmer zu einem Besuch des Oberfeuers Preußeneck in Eckwarderhörne. Bei Windstärke 6 bis 7 ließen es sich viele der anwesenden 29 Mitglieder nicht nehmen, die 134 Stufen bis zur oberen Plattform in 34,50 Meter Höhe zu erklimmen.

Landschaftsplanerin Anna Appel von der Nationalparkverwaltung Niedersächsisches Wattenmeer, zugleich Mitglied des Kuratoriums der Stiftung Oberfeuer Preußeneck, erklärte den Besuchern, dass bei Niedrigwasser 65 Prozent der Wasserfläche im Jadebusen trockenfallen und damit der Blick auf eine einzigartige Wattenmeerlandschaft freigegeben wird. Unverwechselbar lasse sich von dem Leuchtturm der ständige Wechsel von Ebbe und Flut beobachten.

An der ganzen deutschen Nordseeküste von Dänemark bis zu den Niederlanden und auch an den Tideströmen Elbe, Weser und Ems gibt es kein vergleichbares Angebot, die Vielfalt der Küste binnen- und außendeichs als Natur-, Kultur- und Wirtschaftsraum zu erleben, erläuterte Diplom-Bauingenieur Klaas-Heinrich Peters, Vorsitzender des Kuratoriums der Stiftung, in dem kleinen Informationshaus am Leuchtfeuer unter Verwendung moderner Präsentationstechnik wie wichtig es war, den Turm zu erhalten.

Lutz Timmermann, der zusammen mit Jannes Bergsma die Geschäfte der Stiftung führt, hatte zuvor beim Clubabend in der Gaststätte „Mediterranean“ (ehemalige Strandhalle) die Verdienste des im Februar verstorbenen Stiftungsvorsitzenden Ernst Tannen um den Erhalt des Leuchtfeuers gewürdigt. Das Leuchtfeuer war 1962 als Oberfeuer der Richtfeuerlinie Eckwarden in Betrieb genommen und exakt 50 Jahre später außer Dienst gestellt worden. Wegen des Jade-Weser-Port musste das Fahrwasser und mit ihm die Richtfeuerlinie Richtung Westen verschwenkt werden, es wurde durch die Richtfeuerlinie Jappensand ersetzt.

Der Bund, vertreten durch die Wasserschifffahrtsdirektion Nordwest in Aurich, hatte den Abriss des Turmes beschlossen, Widerstand in der Bevölkerung führte zur Gründung der Bürgerinitiative Leuchtfeuer Eckwarderhörne und letztlich zum Erhalt des 2011 unter Denkmalschutz gestellten Bauwerkes, erzählte Lutz Timmermann. Die Stiftungsgründung erfolgte 2012. Es konnte mit einem Kostenaufwand von über 400.000 Euro restauriert und 2017 für die Öffentlichkeit freigegeben werden. In den Sommermonaten kann das Oberfeuer Preußeneck sonnabends und sonntags, zeitweise auch noch mittwochs, von 16 bis 18 Uhr besucht werden.

Beim Clubabend am stürmischen „Preußeneck“ verwies der scheidende Präsident Georg Dürr auf die Besonderheit seiner Amtszeit, dass die Lions-Abende nahezu ausschließlich digital stattfinden mussten. Er bedankte sich für die dennoch rege Teilnahme daran, bevor er die Präsidenten-Glocke an Nachfolger Harald Hillmer übergab. Der Vorsitz bei Lions wechselt jährlich zur Jahresmitte. Neben Hillmer gehören dem neuen Präsdium ab 1. Juli Peter Jelkmann aus Elsfleth aus 1. Stellvertreter und Andreas Schindler aus Ruhwarden als 2. Stellvertreter an.

Eckwarderhörne, 21.06.2021 

Georg Dürr und Harald Hillmer (Foto: v. li.)-Lionspräsidenten Nordenham/Elsfleth
Eine „stürmische“ Amtsübergabe : Georg Dürr übergab den Staffelstab an Harald Hillmer (links) als neuen Präsenten des Lionsclubs Nordenham/Elsfleth am Oberfeuer Preußeneck in Eckwarderhörne. Foto: Stiftung Oberfeuer